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Gefahrstoff-Austritt fordert Feuerwehr über 13 Stunden (01.08.2018 um 06:01 Uhr)

gef-gut-871Großalarm am Mittwoch: Aufgrund eines Gefahrstoff-Austritts in einem Industriebetrieb in Neustadt ertönten neben der üblichen Alarmierung via Funkmeldeempfänger sogar die Sirenen auf den Dächern der Kreisstadt. Zeitgleich mitalarmiert wurden u. a. die Feuerwehr Diespeck und der in Bad Windsheim stationierte „Gerätewagen Gefahrgut“ (GW-G).

Die zuerst eintreffenden Einsatzkräfte sperrten den Bereich um die Austrittsstelle ab, die Beschäftigten hatten das Gebäude zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen. Nach Sichtung des Sicherheitsdatenblatts des in einem Vorratsbehälter gelagerten Stoffes war klar, dass ein sogenanntes nitroses Gas austrat. Ein Trupp unter umluftunabhängigem Atemschutz brachte daraufhin ein C-Strahlrohr in Stellung und schlug mit dem Wasserstrahl die ausströmenden Dämpfe nieder. Das kontaminierte Wasser wurde über die betriebliche Abwasserneutralisationsanlage kontrolliert abgeführt. Vorsorglich wurden die umliegenden Gewässer und die nahe Kläranlage durch die zuständigen Behörden überwacht. Parallel dazu rüstete sich ein weiterer Trupp mit Chemikalienschutzanzügen (CSA) aus, um optimal geschützt den Lagerraum erkunden zu können. Der CSA-Trupp stellte dabei keinerlei Leckagen am betroffenen Tank und den angeschlossenen Rohrleitungen fest. Allerdings konnte mit einer Wärmebildkamera eine deutlich erhöhte Temperatur des Behälters bestimmt werden, woraufhin der Trupp hier ebenfalls ein Strahlrohr zum Kühlen vornahm.

Nachrückende Einsatzkräfte der Feuerwehr Neustadt errichteten währenddessen einen Dekontaminationsplatz, der über die gesamte Einsatzdauer in Betrieb war und sämtlichen Trägern von Chemikalienschutzanzügen zur Dekontamination zur Verfügung stand. Außerdem bauten sie das große Schnelleinsatzzelt auf und boten den Atemschutzgeräteträgern damit eine komfortable Umkleidemöglichkeit.

Ein weiterer CSA-Trupp führte an der Austrittsstelle, in einem Vorraum und im Lagerraum Messungen durch, die das Vorliegen eines Gefahrstoffaustritts deutlich bestätigten. Kameraden der Feuerwehr Diespeck nahmen in den angrenzende Produktionshallen und im Bürogebäude Messungen vor. Damit auf genügend Messgeräte zurückgegriffen werden konnte, wurde ein weiteres Gerät aus Scheinfeld angefordert. Des Weiteren kamen Messkomponenten der Berufsfeuerwehr Fürth sowie der ABC-Dienst der Fürther Feuerwehren zum Einsatz. Sie unterstützten die Messarbeiten und standen der Einsatzleitung beratend zur Verfügung.

Die chemische Reaktion, die zum Gasaustritt führte, war nicht zu stoppen. Daher wurde nach Rücksprache mit einem Chemiker und Verantwortlichen des Unternehmens entschieden, die Flüssigkeit aus dem Behälter umzupumpen. Dies wurde zusammen mit den Kameraden der Feuerwehr Bad Windsheim, die mit dem GW-G an der Einsatzstelle waren, besprochen und vorbereitet. Für die Durchführung der Umfüllarbeiten wechselten in Zeitfenstern von etwa 20 Minuten die CSA-Trupps (im Tagesverlauf kamen 16 CSA zum Einsatz); eine längere Einsatzzeit war u. a. aufgrund der tropischen Wetterlage nicht darstellbar.

Nach Beendigung des Umpumpens und der sicheren Lagerung der Ersatzbehälter folgten weitere Messungen. Dabei ergaben sich keine Hinweise mehr auf Schadstoffe, die vorher betroffenen Bereiche konnten wieder für den Zugang freigegeben werden.

Inklusive der Aufräumarbeiten an der Einsatzstelle und der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft im Feuerwehrgerätehaus dauerte dieser nicht alltägliche Einsatz sage und schreibe 13 ½ Stunden – eine Dauer, die den eingesetzten Feuerwehrleuten (davon 43 aus Neustadt) und Helfern auch angesichts der hochsommerlichen Temperaturen Höchstleistungen abverlangte.

Positiv hervorzuheben und erwähnenswert ist zum einen die kooperative Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Betreibers sowie dessen unkomplizierte Bereitstellung von ausreichend Getränken für alle Einsatzkräfte und zum anderen die hervorragende Zusammenarbeit aller beteiligten Feuerwehren (Bad Windsheim, Diespeck, Fürth und Scheinfeld), Hilfsorganisationen (Bayerisches Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund, Technisches Hilfswerk), der Polizei und zuständigen Ämtern und Behörden.

Übrigens: Keine zehn Minuten nach dem Gefahrgutalarm meldete die Integrierte Leitstelle Ansbach außerdem noch auslaufende Betriebsstoffe nach einem Verkehrsunfall auf der B 8 nahe Chausseehaus, wozu sie unter Berücksichtigung des Gefahrgutunfalls die Feuerwehr Emskirchen alarmierte. Im Laufe des Tages kam noch eine Notfall-Türöffnung hinzu, für die drei Neustädter Feuerwehrleute für kurze Zeit aus dem Gefahrguteinsatz abgezogen wurden. Zu guter Letzt ging später noch eine Meldung über auslaufende Kraftstoffe in der Karl-Eibl-Straße ein; diese Einsatzstelle übernahm die Feuerwehr Dietersheim.

Bilder: Hier klicken.

Bericht auf nordbayern.de: Hier klicken.

 

Einsatzdauer gesamt: 13,5 Std.
Einsatzfahrzeuge:
Kommandowagen KdoW
Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 40 2-LF1612neu
Tanklöschfahrzeug TLF 4000 23-1 TLF4000
Drehleiter DLA (K) 23/12 30-1 DLA2312
Versorgungs-Lkw 56 1-VLkw
Löschgruppenfahrzeug LF 20 KatS 41 1-LF20KatS
Mannschaftstransportwagen MTW
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