730 Jahre Vereinstreue!

Neustadt – Nach über einjähriger Pause konnte der Verein Freiwillige Feuerwehr Stadt Neustadt a.d.Aisch e.V. seine Mitgliederversammlung wieder als Präsenzveranstaltung durchführen.

Vorsitzender Robert Kemeter begrüßte herzlich die Anwesenden, darunter Erster Bürgermeister Klaus Meier samt Gattin, Kreisbrandrat Alfred Tilz, Kreisbrandinspektor Dieter Popp, Ehrenvorsitzender Johann Schmidt, einige Stadtratsmitglieder sowie Frau Niephaus als Vertreterin der Fränkischen Landeszeitung. Besonderes willkommen hieß der Vorsitzende die Mitglieder von Kinder- und Jugendfeuerwehr und der Alters- und Ehrenabteilung.

Im Zuge der Bekanntgabe der Tagesordnung ließ Kemeter die Versammlung notwendigerweise über eine Änderung der Tagesordnung beschließen. Unter Tagesordnungspunkt (TOP) 3 „Berichte“ musste aufgrund der Tatsache, dass Kommandant Michael Schöner und sein Stellvertreter Christian Klama nicht teilnehmen konnten, der Bericht des Kommandanten sowie unter TOP 9 „Ehrungen und Beförderungen“ ein Teil entfallen.

Vor seiner Berichterstattung bat Vorsitzender Kemeter um ein stilles Gedenken für verstorbene Feuerwehrleute und erinnerte namentlich an Kamerad Werner Wagener und an Ehrenkommandant Gerhard Dollinger. In seinem Bericht erläuterte er die Entwicklung der Mitgliederzahlen und ihrer Altersstruktur. Im Jahr 2020 erhöhte sich die Zahl der Vereinsmitglieder von 215 auf 226. Das jüngste Mitglied ist erst zwei Jahre alt, das älteste beachtliche 96. Der Altersdurchschnitt im Verein beläuft sich auf 39 Jahre.

Der Vorsitzende dankte insbesondere den Betreuern der Kinderfeuerwehr – für die es mittlerweile sogar eine Warteliste gibt! – und ihren Helfern und Unterstützern für deren „außerordentlich lobenswertes Engagement“. Die Mitglieder erfuhren vom Vereinschef, welche Beschaffungen durchgeführt wurden: Kemeter nannte u. a. einen neuen Beamer für den Unterrichtsraum, weitere Digitalkameras und eine Übungspuppe mit beheizbarer Weste. Außerdem erwähnte er, dass bereits eine stattliche Rücklage für die Anschaffung von Ausstattungen des zukünftigen Feuerwehrgerätehauses gebildet wurde.
Etwas bedauert hat Robert Kemeter, dass die 2020 stattgefundenen Termine mehr als überschaubar waren, freute sich aber umso mehr darüber, bei fünf runden Geburtstagen persönlich die Glückwünsche des Vereins überbracht haben zu dürfen.

Im Bericht von Jugendwart Andreas Meyer ging es eingangs um die personellen Veränderungen der Jugendfeuerwehr. Im weiteren Verlauf behandelte der Jugendwart die (wenigen) Übungen des Jahres 2020, erwähnte das Rekordergebnis der Christbaumsammelaktion und rief die überragende Aktion der Jugendlichen in Erinnerung, die ihrem Kameraden Pascal Zaubzer ein neues Fahrrad spendierten – weil Pascal und seine Familie beim Brand ihres Wohnhauses am 1. Januar alles verloren hatten.

Den TOP 4 „Grußworte“ begann Erster Bürgermeister Meier. Der Bürgermeister beklagte die coranabedingten zahlreichen Ausfälle von Übungen und Veranstaltungen und sprach den Feuerwehrleuten großen Dank aus, ganz aktuell auch Bezug nehmend auf das Hochwasser im Juli 2021. Meier freute sich über die „ungeheuer motivierten Aktiven“ und zeigte sich sehr stolz über die Nachwuchsarbeit „seiner“ Feuerwehr.
Interessiert folgte die Versammlungen seinen Ausführungen zum derzeitigen Zeitplan für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses: Noch dieses Jahr soll die Verlegung eines Kanals geschehen, ehe im März 2022 der alte Bahndamm abgetragen wird und im Sommer die Gründungsarbeiten folgen werden. Den eigentlichen Baubeginn avisierte der Erste Bürgermeister für September/Oktober 2022 und machte Hoffnung, dass bereits Ende 2023 der Umzug erfolgen könnte.

Als Stellvertreter des Landrates sprach Reinhard Streng zur Mitgliederversammlung. Er skizzierte die Feuerwehr Neustadt mit „zuverlässig, verantwortungsbewusst und couragiert“. Er dankte ihr insbesondere für die Kooperation mit dem Landkreis in Sachen Wechselladerkonzept und der Sandsackfüllanlage. Als symbolische Dank überreichte Reinhard Streng dem Vorsitzenden Robert Kemeter zum Ende seines Grußwortes einen Spendenscheck.

Kreisbrandrat Alfred Tilz nannte in seinem Grußwort das Stichwort „kritische Infrastruktur“ und betonte, dass sich die Gemeinden, zusammen mit Land und Bund, auf Katastrophen vorbereiten müssen. Den Landkreis sah er dabei gut aufgestellt und nannte beispielhaft die laufende Beschaffung von – auch in Neustadt stationierten – Wechselladerfahrzeugen samt verschiedenen Abrollbehältern und die kreiseigene Sandsackfüllanlage. Für die Bereitschaft der Feuerwehr Neustadt, diese Ausstattung zu betreiben, dankte der Kreisbrandrat ausdrücklich.

Ehrenvorsitzender Johann Schmidt stellte die „schlagkräftige Mannschaft“ in den Mittelpunkt seines Grußwortes. Die Stadt Neustadt könne sich, so der Ehrenvorsitzende, glücklich schätzen. An seine Kameraden, allen voran die Aktiven, appellierte Johann Schmidt unbedingt dabei zu bleiben.

Kassenwart Günther Wehr berichtete von der soliden Finanzausstattung des Vereins, wenngleich im Geschäftsjahr 2020 die Ausgaben etwas über den Einnahmen lagen. Als Kassenprüfer bescheinigte Stefan Herzog im Bericht über die Kassenprüfung dem Kassier eine einwandfreie Buchführung. Die Entlastung von Vorstand und Kassenwart beantragte Kassenprüfer Eugen Winter mit nachdenklichen Worten bei der Versammlung. Bei vier Enthaltungen erteilte die Mitgliederversammlung mehrheitlich diese erforderliche Entlastung.

TOP 8 „Wahl der Kassenprüfer“ stand satzungsbedingt auf der Agenda, nachdem die Amtszeit der Kassenprüfer bereits im Vorjahr, in dem keine Präsenzveranstaltung stattfinden konnte, abgelaufen war. Nach entsprechenden mündlichen Vorschlägen wählte die Mitgliederversammlung Stefan Herzog und Eugen Winter per Handzeichen für die nächsten drei Jahre erneut in das Amt der Kassenprüfer.

Großen Raum nahmen die Ehrungen für langjährige Vereinstreue ein, nicht zuletzt, weil diese im Vorjahr nicht durchgeführt werden konnten. Bemerkenswert ist, für welche Zeitspannen Ehrungen ausgesprochen werden konnten: Auf außerordentliche 60 Jahre Vereinszugehörigkeit kann Gerd von Graevemeyer zurückblicken und Roland Flauger und Werner Sandmann auf imposante 50 Jahre.

Urkunden für 40 Jahre waren u. a. für Jutta Ballwießer und Dieter Gottschlich ausgestellt worden. Schon seit 30 Jahren halten Friedrich Lösch, Uwe Machetanz und Helmut Schuster dem Verein die Treue. Für 20 Jahren wurden Dominik Bauereiß, Laura Hille, Johannes Krug, Barbara, Julian und Niklas Lösch – zusammen mit Friedrich Lösch die „Lösch-Gruppe“, wie Vorsitzender Robert Kemeter schmunzelnd anmerkte – Andreas Meyer, Antonia Winter und Michael Winter geehrt.

18 Vereinsmitglieder sind seit 10 Jahren dabei: Matthias Ewelt, Johannes und Jonas Gareis, Jennifer Grau, Markus Gundacker, Christian Hensel, Markus Kohler, Frank und Ute Larsen, Jörg Meyer, Sandra Nöller, Kerstin Rauner, Dieter Schneider, Peter und Veronika Schöniger, Lars Trissler, Cecilia Weinmann und Henry Worm.

Summa summarum 730 Jahre Vereinszugehörigkeit, 730 Jahre für die Feuerwehr Neustadt! „Das ist mal einen Applaus wert.“ meinte Robert Kemeter und die Versammlung ließ sich nicht lange bitten.

In seinem Schlusswort bedankte sich Vorsitzender Robert Kemeter bei den Anwesenden für ihre Teilnahme an der Veranstaltung und bei den Rednern für ihre Grußworte und beschloss die Versammlung mit dem Wunsch auf auch weiterhin gute Zusammenarbeit.

 

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