Neustadt – Zu einer erweiterten Gruppenübung trafen sich die Gruppen 3 und 4 der Feuerwehr Neustadt am Freitag, den 06.03.2026, im alten Feuerwehrgerätehaus.
Zu Beginn der Übung befassten sich die beiden Gruppen kurz mit der Drehleiter sowie dem Auffinden von Hydranten und Löschwasserbehältern mithilfe der auf jedem Fahrzeug mitgeführten Tablet-PCs.
Anschließend wurden die Teilnehmer in zwei gemischte Gruppen aufgeteilt und beschäftigten sich mit den Hauptinhalten der Übung. Eine Gruppe wurde in die richtige Handhabung, die Gefahren und die Einsatzgrenzen von tragbaren Leitern unterrichtet. Der sichere und schnelle Umgang mit tragbaren Leitern, beispielsweise um Personen aus mehrgeschossigen Wohngebäuden zu retten, gehört zu den ureigensten und wichtigsten Aufgaben der Feuerwehren und wird deshalb regelmäßig bei der Feuerwehr Neustadt trainiert.
Die andere Gruppe trainierte währenddessen in zwei kleineren Einsatzübungen den grundsätzlichen Löschaufbau, insbesondere mit den Varianten „Einsatz mit Bereitstellung“ und „Einsatz ohne Bereitstellung“. Als Szenario für den Einsatz ohne Bereitstellung wurde ein ausgedehnter Brand eines Altkleidercontainers angenommen. Wasserentnahmestelle, Standort des Verteilers, Brandobjekt und Angriffsweg waren für jede Einsatzkraft spätestens nach dem Absitzen vom Fahrzeug leicht erkennbar. Eine kleine, kompakte Einsatzstelle, bei der jeder die volle Übersicht über die Situation hatte.
Etwas anspruchsvoller gestaltete sich der Übungseinsatz mit Bereitstellung. Hier wurde eine Rauchentwicklung in einem abgelegenen Raum im Obergeschoss des alten Feuerwehrhauses angenommen. Bei Ankunft an der vermeintlichen Einsatzstelle war für keinen der Aktiven ein (vermeintliches) Brandereignis zu erkennen. Der Gruppenführer erkundete daher zunächst ausführlich die Lage. Der Angriffsweg führte mit mehreren B-Schlauchlängen am Haupteingang vorbei zu einem Nebeneingang des Gebäudes. Dieser war vom Ort der Fahrzeugaufstellung nicht einsehbar. Von dort aus mussten anschließend über das Treppenhaus mehrere Etagen überwunden werden, bis der Einheitsführer schließlich zur angenommenen „Brandraumtür“ kam.
Auch die Wasserentnahmestelle wurde bewusst so gewählt, dass eine gewisse Distanz zur eigentlichen Einsatzstelle bestand. Eine bewusst unübersichtliche und weit gefächerte Einsatzstelle war die Folge: Zwischen Wasserentnahmestelle, Standort des Löschfahrzeugs, Lage des Verteilers und dem Angriffsweg über das Treppenhaus bestand keine durchgehende Sichtverbindung, sodass alle Trupps ausschließlich über Funk Kontakt halten konnten.
Nach knapp drei Stunden, die von großem Interesse, tollem Teamgeist und vielen neuen Erkenntnissen geprägt waren, konnten sich die Feuerwehrleute am späten Freitagabend schließlich in ihr wohlverdientes Wochenende verabschieden.

